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Ambulante Pflege ab 1.01.2017

 

 

 

Die meisten Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, werden von Familienangehörigen versorgt. Aber nicht immer kann die notwendige Pflege selbstverständlich durch Angehörige gewährleistet werden. In dieser Situation können Sie auf die Hilfe von ambulanten Pflegediensten zurückgreifen.

Diese stellen Ihnen eine große Auswahl an Leistungen der Kranken-, Alten- und Familienpflege zur Verfügung, wie z.B.

  • ambulante Hilfe und Pflege für kranke und pflegebedürftige Menschen
  • Grundpflege (Hilfe beim An-/Auskleiden und Waschen, Betten und Lagern, Fuß- und Nagelpflege, Pflege und Reinigung von Zähnen und Zahnprothesen, Zubereitung von Mahlzeiten, Hilfe beim Essen)
  • Behandlungspflege (Wundbehandlung, Wechseln von Verbänden, u.a. medizinische Maßnahmen, sofern sie vom Arzt auf die Pflegekräfte übertragen wurden)
  • hauswirtschaftliche Versorgung
  • Pflege und Begleitung Sterbender
  • Bereitschaftsdienste bei Tag und Nacht
  • Beratungsbesuche für pflegende Angehörige
  • sonstige Leistungen (z.B. Mahlzeitendienste, Fahr- und Begleitdienste, Hausnotruf etc.) bzw. die Vermittlung solcher Leistungen.

Lassen Sie sich vom ambulanten Pflegedienst in einem persönlichen Gespräch beraten, welche Hilfen notwendig sind, welche Kosten entstehen und wie diese finanziert werden können. Die Pflegedienste geben Auskunft über die angemessene Pflege und helfen auch bei der Beantragung von finanziellen Leistungen (z.B. bei der Pflegekasse). Die Kosten der medizinischen Behandlungspflege nach Verordnung des Arztes trägt in der Regel die Krankenkasse. Wenn eine Pflegebedürftigkeit vorliegt (mindestens Pflegegrad 2), werden die Kosten für Pflegeleistungen und die notwendige hauswirtschaftliche Versorgung ganz oder teilweise über die Pflegesachleistung von der Pflegekasse gezahlt. Es ist ratsam, sich frühzeitig bei der zuständigen Kranken- und Pflegekasse zu erkundigen, welche Leistungen in welchem Umfang übernommen werden können. Zusätzliche Leistungen können ggf. beim Amt für soziale Leistungen - Sozialamt - der Stadt Bielefeld beantragt werden.

Unter der Vielzahl der ambulanten Pflegedienste eine Auswahl zu treffen, ist nicht leicht. Der folgende Fragenkatalog kann Ihnen hierbei eine Hilfestellung geben:

  • Welche Pflegedienste sind in Ihrer Nähe? Lange Anfahrtswege können leichter zu Verspätungen führen.
  • Berät der Pflegedienst bei einem Hausbesuch kostenlos über die notwendige Pflege und mögliche Finanzierungen?
  • Kann der Pflegedienst alle benötigten Leistungen anbieten bzw. vermitteln?
  • Welche Kosten entstehen Ihnen? (holen Sie ggf. Kostenvoranschläge von verschiedenen Pflegediensten ein)
  • Hat der Pflegedienst Verträge mit den Kranken- und Pflegekassen abgeschlossen?
  • Gibt es für die Pflege feste Bezugspersonen?
  • Welche Qualifikationen haben die Mitarbeitenden? (examinierte Pflegekräfte für ärztlich verordnete Behandlungspflege?) 
  • Werden Ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse, z.B. auch bzgl. der Pflegepersonen berücksichtigt?
  • Werden Sie und andere Pflegepersonen in die Planung und Durchführung der Pflege einbezogen (und ggf. angeleitet)?  
  • Können feste Pflegezeiten vereinbart werden?
  • Kommt der Pflegedienst auch an Wochenenden und Feiertagen?
  • Gibt es einen Bereitschaftsdienst (rund um die Uhr)? 
  • Ist bei Bedarf eine 24-Stunden-Pflege möglich?
  • Werden Hilfen für Angehörige und andere Pflegepersonen angeboten?
  • Werden die vereinbarten Leistungen vertraglich festgelegt? Sind die gesamten anfallenden Kosten im Pflegevertrag verständlich dargestellt? Sind Preise und Leistungen klar erkennbar?
  • Kann der Pflegevertrag jederzeit in einer zumutbaren Frist gekündigt werden?
  • Sind Unterbrechungen der Pflege möglich (Urlaub, Pflege durch Angehörige)? Wenn ja, wie lange vorher ist das zu melden? Muss bei Unterbrechungen die Pflege weiterbezahlt werden?
  • Wird der Wohnungsschlüssel so aufbewahrt, dass nur berechtigte Personen Zugang erhalten?

Wenn Sie eine Nachtwache brauchen, nehmen Sie bitte rechtzeitig Kontakt zu einem Pflegedienst auf, damit dieser das benötigte Personal einteilen kann.

In Bielefeld gibt es drei Pflegedienste mit einer Ausbildung in Palliativ-care (Sterbebegleitung), die eng vernetzt mit Ärzten und Ehrenamtlichen zusammen arbeiten. Diese Dienste finden Sie hier.

Näheres zu der Finanzierung, finden Sie unter Leistungen der Pflegekasse.

Ambulante Pflege bis zum 01.01.2017

Pflegegeld:

Die meisten Pflegebedürftigen leben zu Hause und werden von ihren Angehörigen, Nachbarn oder Freunden versorgt. Bei der Pflege durch private Personen erhalten Versicherte von den Pflegekassen (vorherige Antragstellung) ein sogenanntes Pflegegeld gemäß der anerkannten Pflegestufe. Die Höhe dieser Leistung staffelt sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit und beträgt:

Stufe der Pflegebedürtigkeit

 Leistungen pro Monat

 Pflegestufe 0 (mit z.B. Demenz *)  123,00 Euro
 Pflegestufe I  244,00 Euro
 Pflegestufe I (mit z.B. Demenz *)  316,00 Euro
 Pflegestufe II  458,00 Euro
 Pflegestufe II (mit z.B. Demenz *)  545,00 Euro
 Pflegestufe III  728,00 Euro
 Pflegestufe III (mit z.B. Demenz *)  728,00 Euro
* Gilt für Personen bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege (Köperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Dies sind Pflegebedürftige der Pflegestufen 0, I, II oder III mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der MDK im Rahmen der Begutachtung eine dauerhafte, erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt hat.

Wird Pflegegeld bezogen, besteht die Auflage bei Pflegestufe I und II einmal jährlich, sowie bei Pflegestufe III zweimal jährlich ein Beratungsgespräch zur Sicherung der Qualität in Anspruch zu nehmen.


 

Sachleistung:

Nicht immer können Angehörige die notwendige Pflege selbst leisten. In dieser Situation bieten Ihnen die ambulanten Pflegedienste eine professionelle Unterstützung an.

In Bielefeld gibt es eine Vielzahl ambulanter Pflegedienste, die pflegerische, hauswirtschaftliche und betreuerische Tätigkeiten übernehmen. Sie werden von den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege und von privaten Trägern angeboten. Um den für Ihre individuelle Situation richtigen Pflegedienst zu finden, sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • vereinbaren Sie mit dem Pflegedienst einen Erstbesuch für ein unverbindliches  Beratungsgespräch,
  • überlegen Sie vorher, welche Wünsche und Erwartungen Sie an die Pflege haben, 
  • überlegen Sie, welche Leistungen, Sie weiterhin selber erbringen können,
  • lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag erstellen und
  • fragen Sie nach Ihrem Kündigungsrecht.

Die Pflegekassen unterstützen bei der Finanzierung des Pflegedienstes durch die Übernahme der sogenannten Sachleistung gemäß der anerkannten Pflegestufe (vorherige Antragstellunng). Die Höhe dieser Leistung staffelt sich nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit und beträgt:

Stufe der Pflegebedürtigkeit

 Leistungen pro Monat

 Pflegestufe 0 (mit z.B. Demenz *)  231,00 Euro
 Pflegestufe I  468,00 Euro
 Pflegestufe I (mit z.B. Demenz *)  689,00 Euro
 Pflegestufe II  1.144,00 Euro
 Pflegestufe II (mit z.B. Demenz *)  1.298,00 Euro
 Pflegestufe III  1.612,00 Euro
 Pflegestufe III (mit z.B. Demenz *)  1.612,00 Euro
 Härtefall  1.995,00 Euro
 Härtefall (mit z.B. Demenz *)  1.995,00 Euro

* Gilt für Personen bei denen neben dem Hilfebedarf im Bereich der Grundpflege (Köperpflege, Ernährung, Mobilität) und der hauswirtschaftlichen Versorgung ein erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung gegeben ist. Dies sind Pflegebedürftige der Pflegestufen 0, I, II oder III mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen, bei denen der MDK im Rahmen der Begutachtung eine dauerhafte, erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz festgestellt hat.

Kombinationsleistung:

Eine weitere Möglichkeit der Pflegekassen bieten die sog. Kominationsleistungen. Werden die Sachleistungen (Pflege durch einen Pflegedienst) nicht zu 100% ausgeschöpft, können Sie zusätzlich ein anteiliges Pflegegeld (Pflege durch Privatpersonen) beziehen.

Sollten die Kosten der Pflege die Leistungen der Pflegekasse überschreiten und Sie selbst den Restbetrag nicht tragen können, dann lassen Sie eine Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger überprüfen.  Wenden Sie sich dazu an das Amt für soziale Leistungen - Sozialamt - der Stadt Bielefeld.

Für weitere Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der  Pflegeberatung zur Verfügung. 

Wenn sie eine Nachtwache brauchen, nehmen sie bitte rechtzeitig Kontakt zu einem Pflegedienst auf, damit dieser das benötigte Personal einteilen kann.

In Bielefeld gibt es 2 Pflegedienste mit einer Ausbildung in Palliativ-care (Sterbebegleitung), die eng vernetzt mit Ärzten und Ehrenamtlichen zusammen arbeiten. Diese Dienste finden sie hier.

 

 

 

Bitte beachten Sie auch die Möglichkeit der zusätzlichen Betreuungs-und Entlastungsleistungen, näheres dazu lesen Sie bitte unter Leistungen der Pflegekasse.