Entlastungsbetrag

Pflegebedürftige, die zu Hause versorgt werden, haben Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von 125 Euro im Monat.

Beschreibung

Die Pflegekasse stellt Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 1 bis 5 bis zu 125 Euro im Monat für zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen zur Verfügung. Ziel aller Angebote ist es, die häusliche Pflege zu unterstützen, damit Pflegebedürftige möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen können.

Der Entlastungsbetrag wird auf dem Weg der Kostenerstattung gewährt. Das heißt, er wird nicht an die pflegebedürftigen Personen ausgezahlt, sondern entstandene Kosten werden für anerkannte Angebote durch die Pflegekasse erstattet.

Fragen und Antworten

Ab dem Zeitpunkt, an dem die Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde, haben Sie automatisch Anspruch auf diese Leistung. Ein gesonderter Antrag ist nicht notwendig. Wenn Sie den Entlastungsbetrag einsetzen möchten, ist es dennoch ratsam, vorher mit Ihrer Pflegekasse Kontakt aufzunehmen.

  • Mit dem Entlastungsbetrag können die privat zu zahlenden Unterkunfts- und Verpflegungskosten in einer Tages- oder Kurzzeitpflege mitfinanziert werden.

  • Er kann auch für zusätzliche Leistungen von Pflegediensten genutzt werden. In den Pflegegraden 2 bis 5 gilt das ausschließlich für Leistungen in der Betreuung und Haushaltsführung, in Pflegegrad 1 auch für Hilfen bei der körperbezogenen Pflege. Diese Leistungen sollen in erster Linie die pflegenden Angehörigen entlasten und unterstützen.

  • Anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag beinhalten viele verschiedene Leistungen. Das können zum Beispiel Betreuungsangebote gemeinsam mit anderen Pflegebedürftigen sein, wie der Besuch von Demenzcafés, Gedächtnis- oder Bewegungsgruppen. Aber auch Unterstützung bei der Haushaltsführung, Begleitung zum Einkauf oder das gemeinsame Verbringen von Zeit zuhause können Inhalt dieser ergänzenden Angebote sein. Diese Angebote werden von Einzelpersonen oder Diensten erbracht und über die Stadt Bielefeld anerkannt.
    Wer diese Leistung in Bielefeld anbietet, erfahren Sie hier:

  • In Nordrhein- Westfalen können auch zum Beispiel Nachbarn oder Bekannte Entlastung anbieten. Voraussetzung ist, dass das Angebot nicht mehr als zwei Pflegebedürftigen zugleich oder einer Wohngemeinschaft zur Verfügung steht und zu ihnen ein besonderer persönlicher Bezug besteht. Die Einzelperson darf nicht mit der pflegebedürftigen Person bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sein und nicht mit ihr in einer häuslichen Gemeinschaft leben. Eine regelhafte Bezahlung oder ein Entgelt ist dabei nicht vorgesehen. Aber Aufwendungen oder Auslagen dürfen (mit Nachweis) monatlich im Rahmen der 125 € erstattet werden. Solche Einzelpersonen müssen eine Qualifizierung haben. Die erhalten sie zum Beispiel durch einen Pflegekurs.
    Die Anerkennung und weitere Einzelheiten sollten Sie im Vorfeld mit der zuständigen Pflegekasse klären.

Der Entlastungsbetrag kann, wenn er nicht genutzt wird, angespart werden.
Das heißt, wenn der Entlastungsbetrag beispielsweise im Januar und Februar nicht genutzt wurde, können im März bis zu 375 € genutzt werden (Januar 125 € + Februar 125 € + März 125 € = 375 €).

Der angesparte Entlastungsbetrag aus dem Vorjahr wird automatisch mit ins Folgejahr genommen. Haben Sie also zum Beispiel den Entlastungsbetrag 2017 nicht genutzt, nimmt man die angesparten 1.500 € mit in das Jahr 2018. Jedoch verfallen die angesparten Beträge aus dem Vorjahr immer am 30.06. des Folgejahres.

Um als Leistungsanbieter von Angebote zur Unterstützung im Alltag anerkannt zu werden, müssen Sie einen Antrag bei der Stadt Bielefeld stellen.
Informationen zur Anerkennung bei der Stadt Bielefeld erhalten Sie hier:
Stadt Bielefeld
Niederwall 23 (Neues Rathaus)
0521/ 513114 oder 0521/ 513446

Gut zu wissen

  • Bis zu 40% der nicht beanspruchten Pflegesachleistung im Kalendermonat können unter bestimmten Voraussetzungen für die Angebote zur Unterstützung im Alltag umgewandelt werden. Für diese sogenannte „Umwidmung“ ist ein Antrag bei der Pflegekasse nötig.

Ihre Pflegeberatung auf einen Blick.

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